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Die Kunst zu Vertrauen

Der Psychologe Erik H. Erikson prägte den Begriff des Urvertrauens als das ursprüngliche Gefühl, das ein Säugling während des ersten Lebensjahr entwickelt.

Doch der Säugling kann dieses Urvertrauen nur dann bilden, wenn es seine Bezugspersonen – in der Regel die Eltern – als fürsorglich und verlässlich erlebt.

Wenn der Säugling also weint, drückt er klar aus, dass er gerade Unterstützung benötigt. Egal ob der Säugling gerade die Nähe sucht oder Hunger hat oder … ,

wenn seine Bezugspersonen auf die gesendeten Signale reagieren und versuchen, die Ursache für das Weinen herauszufinden und zu befriedigen, dann fängt

der Säugling an, seinen Bezugspersonen zu vertrauen. Der Säugling lernt: Mir wird geholfen, wenn ich Unterstützung brauche. Es ist jemand da, der sich liebevoll um mich kümmert. Das Urvertrauen entwickelt sich und lässt sich nach und nach auf die eigenen Fähigkeiten, andere Personen und Situationen ausweiten.

 

Doch was passiert, wenn dieses Urvertrauen sich nicht entwickelt hat, oder es im Laufe der Jahre durch negative Erfahrungen getrübt wurde?

 

Die gute Nachricht:                                                                                             

Wichtig ist erst einmal zu erkennen, dass Dir das „Vertrauen“ in etwas oder jemanden fehlt,

um danach die eigene Definition von Vertrauen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

„Ich kann erst vertrauen, wenn XY eingetreten ist.“

 

Warum knüpfen wir so häufig Bedingungen an Vertrauen? Geht es nicht genau darum – bedingungslos zu vertrauen? Und warum fangen wir damit nicht bei uns selbst an? Es geht nicht darum, einer anderen Person oder dem Leben im Gesamten zu vertrauen.

 

Es geht darum, sich selbst zu vertrauen.

 

 Hast Du Vertrauen in deine Gedanken, deine Gefühle, dein Verhalten und deine Fähigkeiten?

Hast Du das Vertrauen, dass Du jede nur erdenkliche Situation meistern wirst?

 

Trägst Du die Sicherheit und Gewissheit in Dir, dass Du nicht wissen musst, was kommt, aber mit dem was kommt, zurecht kommen wirst?

 

Kannst Du dich auf dich verlassen? Vertraust Du dir?

 

In welchem Bereich in deinem Leben fühlst Du dich unsicher oder verloren?

In welchem Bereich denkst Du, dass du etwas nicht kannst oder niemals lernen wirst?

In welchem Bereich bist Du der Überzeugung, dass Du falsch oder nicht genug bist?

 

Es ist so wichtig, wieder neue Erfahrungen zu machen und sich selbst besser kennen zu lernen.

 

Was sind deine Stärken? Wo liegen deine Grenzen?

 

Was magst Du gerne? Welche Überzeugungen schlummern tief in Dir?

 

Finde wieder zu deiner Kraft. Finde wieder zu deinem Potenzial. Du hast alles in Dir, was Du brauchst, um wieder zu vertrauen. Vertrauen ist nichts, was von außen bestimmt wird.

 

Vertrauen ist eine bewusste Entscheidung. Vertrauen ist Deine Entscheidung.

Und mit deiner Entscheidung geht auch eine innere Haltung einher.

 

 

Denn was erwartest Du vom Leben?

Erwartest Du, dass alles immer gut sein muss? Erwartest Du, dass dir alles leicht fallen wird?

Erwartest Du, dass Schmerz, Angst und Traurigkeit keine Rolle in deinem Leben spielen dürfen?

 

 

Diese Erwartungshaltung hindert Dich daran, diese Entscheidung – wieder zu vertrauen – zu treffen. Denn im Leben ist nicht immer alles gut. Im Leben ist es mal leicht, aber auch mal schwer. Und es gibt diese wunderbaren Gefühle der Freude, der Dankbarkeit, des Glücks und der Liebe. Doch es gibt genauso den Schmerz, die Angst, die Traurigkeit, Enttäuschung und Wut.

 

Das Leben ist nicht nur hell. Es gibt auch dunklere Seiten, die wichtig sind, um die helleren zu sehen. Und wenn Du nun diese Erwartungshaltung in Dir trägst, dass Du nur vertrauen kannst, wenn alles in deinem Leben gut sein muss, dann wirst Du nicht vertrauen können. Vertrauen ist kein „Erzwingen“ oder „Einfordern“ einer bestimmten Situation. Es geht vielmehr um die Erfahrungen, die Du in deinem Leben machst. Und es geht darum, dass Du lernst, mit diesen Herausforderungen, die das Leben an dich hat, umzugehen. Denn genau mit dieser inneren Haltung zum Leben wirst Du auch wieder vertrauen können.

 

Also heiße alle Eindrücke und Erfahrungen willkommen. Heiße alle Gefühle willkommen und lerne mit ihnen umzugehen. Es lohnt sich, denn                                                                                                      

Wahrhaftiges Vertrauen fühlt sich gut an.

Wahrhaftiges Vertrauen ist mächtig. Wahrhaftiges Vertrauen weckt Energien in Dir.

Wahrhaftiges Vertrauen nimmt Ballast von Dir und lässt Dich innerlich zur Ruhe kommen.

 Wahrhaftiges Vertrauen lässt Dich strahlen, schenkt Dir Sicherheit und unendliche Liebe.

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